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Wie viel Miete ist zu viel? Die 30-Prozent-Regel in der Praxis
Genfer Mieterinnen und Mieter wägen die 30-Prozent-Einkommensgrenze gegen die lokalen Marktrealitäten ab, inmitten steigender Kosten in den wichtigsten Stadtvierteln.
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Wie wir berichtet haben

Mehr als 38 Prozent der Genfer Mieterhaushalte geben inzwischen mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aus. Das geht aus aktuellen Kantonszahlen hervor, die diese Woche veröffentlicht wurden.
Der Richtwert rückt erneut in den Fokus, da die Gehälter bei internationalen Organisationen stagnieren, während die Mieten im privaten Sektor aufgrund des knappen Wohnungsangebots weiter steigen. Der Leerwohnungsbestand in Genf liegt bei 0,4 Prozent, der niedrigste Wert unter den grossen Schweizer Städten. Viele Haushalte stehen daher vor der Frage, ob es sich lohnt, die Grenze zu überschreiten, um einen Mietvertrag zu sichern.
Bewohnerinnen und Bewohner an der Rue de Monthoux in Eaux-Vives berichten von monatlichen Mieten von 2'650 Schweizer Franken für kompakte Zweizimmerwohnungen. Vergleichbare Objekte in der Nähe der Place du Cirque in Plainpalais kosten im Schnitt 2'400 Franken. Beide Quartiere liegen in Fussdistanz zum Office cantonal du logement, wo Fachleute Bewerbungen im Rahmen des kantonalen Mietzinsregisters bearbeiten.
Lokale Preise versus Richtwert
Eine Erhebung des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2025 beziffert das mittlere Bruttoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten in Genf auf 7'850 Franken pro Monat. Wer die 30-Prozent-Regel anwendet, kommt auf ein maximales Wohnbudget von 2'355 Franken. Auf dem städtischen Hauptimmobilienportal werden Einzimmerwohnungen im Quartier Nations jedoch regelmässig für 2'900 Franken angeboten, da bleibt nach Abzug von Nebenkosten und Transportabonnement kaum Spielraum.
Die Schere hat sich seit Anfang 2025 weiter geöffnet, als die durchschnittlichen Angebotsmieten im Jahresvergleich um 6,8 Prozent gestiegen sind. Mieterinnen und Mieter, die den Richtwert überschreiten, verweisen häufig auf die Nähe zu den Geländen der UNO und der WHO: Sie nehmen höhere Ausgaben in Kauf, um Pendelzeiten zu sparen und internationale Schulen zu erreichen.
Mögliche nächste Schritte für Haushalte
Wer eine Wohnung mieten möchte, kann vor der Unterzeichnung das kantonale Mietvergleichstool anfordern, das den vorgeschlagenen Mietvertrag mit dem Referenzindex 2024 abgleicht. Wer über einen Kauf nachdenkt, sollte beachten, dass lokale Banken derzeit Hypothekarzinsen von 2,35 Prozent für eine 80-Prozent-Finanzierung einer Zweizimmerwohnung im Wert von 1,1 Millionen Franken in der Nähe des Bahnhofs Carouge anbieten. Bei einem Einkommen über dem Median ermöglichen diese Konditionen eine monatliche Belastung unterhalb der 30-Prozent-Grenze, vorausgesetzt, die Finanzierung wird vor allfälligen weiteren Zinsanpassungen gesichert.
Wer montags die Inserate auf der Website des Office cantonal du logement prüft, hat die direkteste Möglichkeit, kontrollierte Wohnungen zu finden, die den Richtwert noch einhalten.
Dieser Artikel dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt keine persönliche Finanz- oder Anlageberatung dar. Berücksichtigen Sie Ihre individuelle Situation und holen Sie vor finanziellen Entscheidungen den Rat einer zugelassenen Fachperson ein.